Bin ichs auch?

Oft wird gefragt: wie weiß man, dass man hochsensibel ist? Kann es sein, dass ich es auch bin? 

Natürlich merkt man das schon in der Kindheit an sich selber, man hat aber keinen Namen dafür (und die Eltern zumeist auch nicht), darauf gehe ich jetzt nicht extra ein, über HS bei Kindern schreibe ich in einem eigenen Post.

Aus meinen Lebenserfahrungen kann ich sagen, dass ich natürlich auch nicht wusste, dass es dafür, wie ich die Welt wahrnehme, einen Namen gibt.
Am ehesten lässt es sich mit dem Satz zusammenfassen: man bemerkt recht früh, dass man anders "läuft" als die meisten um einen herum.

Alle Schulkameraden möchten in möglichst großen Gruppen schwimmen oder im Freien toben, man selbst möchte mit einem einzigen Kind ruhig in der Sandkiste sitzen oder ein Buch in seinem Zimmer lesen - ALLEIN! Alles andere ist zu laut, zuviel Energie, zu anstrengend. Eventuell kommt dann noch gleißendes Sonnenlicht dazu, dann geht gar nichts mehr.

Die Freundinnen wollen als Clique losziehen, Shoppingtour durch die Einkaufscenter, dann noch einen Cocktail trinken in einer Bar mit unerträglicher Hintergrundmusik, ein Lachen, ein Quietschen, jede Menge Spaß. Man selbst kauft lieber online von der Couch aus, in der Stille des Wohnzimmers und genießt den Vorgang des Stöberns und Schauens für sich. Jede HSP kennt das, was für andere langweilig klingt, ist höchster Genuß, hat man bei der Bestellung ja schon die Modenschau vorm Schlafzimmerspiegel im Kopf, mit SELBST gewählter Musik und auch schon genau das Ereignis, wo man was tragen wird -  HSPs denken immer komplex und in farbenfrohen Bildern im Kopf. Das bereichert von INNEN, das Außen darf auch außen vor bleiben.

Urlaub am Strand, Action, Animation, Vorfreude ganzes Jahr auf diese Ferien. Ohne uns. Kleine Boutique -  Hotels in einer gemäßigten Klimazone, abseits von Touristenpfaden, die ausgetrampelt sind, ruhig etwas gehobenes Ambiente, denn da kann man sich eher sicher sein, auf keine laut grölenden Menschen zu treffen, oder aber tief eintauchen in die Natur und Kultur eines Landes und viel mitnehmen für die Seele, nicht bloß Sonnenbräune. 

Es gäbe ja unzählige Dinge aufzulisten, praktisch jede Alltagssituation, den Aufzählungen ist eines gemein: man funktioniert ein wenig anders als die Masse. Und daran erkennen es die meisten, bzw forschen dann etwas gründlicher nach, weil es mit der Zeit belastend wird, von der Umwelt dauernd zu hören: "Was die schon wieder hat...".

Gut funktionieren kann es, wenn die Nicht HSPs uns nicht als Langweiler und Stubenhocker abstempeln, denn das sind wir nicht - es hat einen Grund, warum es uns damit gut geht, es ruhiger anzugehen und wir andererseits akzeptieren, dass die NHSPs eben eine höhere Reizschwelle benötigen, um in ihren Komfortbereich zu gelangen.

Wer all dies an sich feststellen kann, der kann sich Fachliteratur zulegen (Tipps unter QUELLEN), in vielen davon finden sich Tests, man kann aber auch Online Tests machen, gibt ganz gute Seiten dafür. 
Dazu muss man in erster Linie ehrlich sein zu sich selbst, es nützt nichts, alles mit "Ja" anzukreuzen, weil man es chic findet, hochsensibel zu sein.
Die, dies sind, die werden sofort die Resonanz spüren...


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